Webeditoren unter Ubuntu/Linux Teil 1Webeditoren unter Ubuntu/Linux Teil 1

Seit 2001 arbeite ich als freiberuflicher Webdesigner und –programmierer und habe dabei natürlich mit vielen Editoren gearbeitet, früher auch mit solchen Schwergewichten wie Dreamweaver und GoLive. In Zeiten komplexer Tabellenlayouts waren solche Programme auch eine willkommene Hilfe. Seit sich aber XHTML mit CSS und dem Boxmodell durchgesetzt hat und PHP immer mehr zum Einsatz kommt, reicht ein Texteditor (Kenntnisse der Sprachen vorausgesetzt).

Seit Februar 2007 bin ich Ubuntu-User; wie ich hier schon berichtete, nutze ich in einer VM für diverse Aufgaben noch Programme aus der Windowswelt. Dazu gehört momentan auch noch mein Lieblingseditor einer kleinen lettischen Softwarefirma. Denn wenn es auch Unmengen an Editoren für Linux gibt, in Sachen Komfort war die Auswahl recht dünn (aber es hat sich einiges getan!).

titelbild-webeditorenIch weiß, dass dieses Thema sehr von den Vorlieben jedes Einzelnen abhängt. So gibt es geniale Programmierer, die für kein Geld der Welt auf vi(m) oder Emacs verzichten würden. Aber es gibt auch eine große Zahl an Entwicklern und Hobbyprogrammierern, die gern mit einer grafischen Oberfläche (IDE), arbeiten und so manches moderne Feature wie Syntaxhervorhebung, Autovervollständigung und Calltips nicht missen möchten. Oft kommt es vor, dass ich an einem Tag „Querbeet“ mit HTML, CSS, JavaScript und PHP zu tun habe. Jedesmal muss ich gedanklich auf die entsprechende Syntax „umschalten“ und weiß dann, was ich an einem guten Editor habe.

Aber zurück zum Thema. Da ich in den letzten 2 Jahren verschiedene Editoren getestet habe, möchte ich diese Erfahrungen gern weitergeben. Zu den getesteten Editoren gehören unter anderem Gedit, Geany, Netbeans, Aptana/Eclipse, Bluefish, Quanta+ und Kommodo Edit.

Testvorgaben

Ich weiß, manch einer macht einen Unterschied zwischen Editor und einer IDE. Hier fassen wir alles unter dem Begriff Editor zusammen! Die Tests werden unter Hardy und Jaunty erfolgen, mit den jeweils in den Paketen vorhandenen Versionen. Falls nötig oder nicht in den Ubuntuquellen vorhanden, werde ich auch neuere Versionen separat installieren und testen.

Folgende Features sehe ich als Grundvoraussetzung, an denen sich die Programme messen müssen:

  • Syntaxhervorhebung
  • automatische Tagvervollständigung
  • schnelles und zuverlässiges Suchen und Ersetzen
  • Call Tips und Autocomplete-Funktionen
  • calltips

  • Projektverwaltung
  • Snippet‑ oder eine Art Macroverwaltung
  • mehrere gleichzeitig offene Dokumente (Tabs)
  • einfache Vorschaufunktion (auch über Webserver)
  • Anzeige von einfachen Syntaxfehlern bzw. sollten zusammengehörende Elemente (z.B. Anfangs‑ und Endtag oder geschweifte Klammern in PHP) hervorgehoben werden.
  • Weiterhin sollte das Programm stabil laufen und schnell reagieren.

Soviel dazu, im nächsten Teil werde ich mit GEdit beginnen, dieser ist ja der Standardeditor unter Gnome, kann so einiges und ist durch Plugins erweiterbar. An dieser Selle noch ein paar Tipps zu Tools, die ich unter Ubuntu nicht missen möchte und bei der täglichen Arbeit hilfreich sind:

tools

  • Mit GColor2 kann man schnell und einfach Farben testen, sowie Farben aus einem Bild picken und auf Wunsch speichern. GColor2 ist in den Ubuntupaketen enthalten
  • GRuler ist ein Screenlineal mit vielfältigen Einstellmöglichkeiten und ein unentbehrlicher Helfer. Erhältlich ist GRuler hier.
  • Agave ist sehr nützlich, wenn man Farbkombinationen benötigt. Auch hier sind eine ganze Reihe von Einstellungen möglich. Agave ist in den Paketquellen zu finden.
  • Ebenso hilfreich ist Screenie, damit habe ich das Bild zusammengestellt. Es erzeugt automatisch die Spiegelungen. Screenie ist ebenfalls in den Paketquellen (screenie-qt).

Also, bis zum nächsten Mal. Anregungen und Tipps sind gern Willkommen!

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Kommentare
  1. cLinx meint am

    Für mich ist unter Gnome die Kombination aus Gvim und Midori mit aktuellem Webkit unschlagbar. ;) Damit dieses Paar die von dir gewünschte Funktionalität erreicht wirst du wohl ein bisschen basteln müssen.

    Antwort:? Naja, gerade auf Bastelarbeiten sind ja die wenigsten scharf. :-) Kannst mir aber gerne mal ein paar Zeilen dazu und Screenshots schicken, dann nehme ich das in den Test gerne mit auf.

  2. loki meint am

    Tolles Thema,

    Freu mich schon auf die Ergebnisse. Gerade beim Thema CallTips schwächeln leider viele Editoren.
    Bin gespannt….

    Gruß,
    loki

  3. Gregor meint am

    Geany ist falsch verlinkt, Linkziel ist dort ebenfalls Gedit.

    Ansonsten bin ich mal gespannt, wie sich mein Favorit Geany im Test macht.

    Antwort: ?Danke für den Hinweis, ist korrigiert!

  4. cywhale meint am

    Erstmal Glückwunsch zum Beruf ‚freiberuflicher Webdesigner‘ – ein Traum den ich mittlerweile abgeschrieben habe, der Markt scheint übersättigt und die Zeit neben Familie und Beruf zu knapp :)

    Eine ähnliche Artikelserie hatte ich auch ainmal geplant, bisher gab es aber nur einen kurzen Artikel zu ‚Geany‘ – freue mich auf die folgenden Artikel hier.

    Eine Frage hätte ich aber noch – nutzt du die VM auch für Test mit IE6⁄7 (würde sich ja anbieten) – mit dem Ziel eines Windows-freien Rechners habe ich eine VM bisher immer abgelehnt (bei einem 1Ghz Celeron wohl auch nicht so praktikabel), IE6 und 7 laufen aber nur unter einer bestimmten Wine-Version – und die wiederum nur unter Arch Linux – gibt es da Tips?

    Antwort: Einfach ist es nicht als Freiberufler, aber ich bin zäh. ;-) Virtual Box mit XP benötige ich vor allem für diverse Flashtools (die Kunden wollens halt), Tests unter Windowsbedingungen mit IE (logisch), Safari und Chrome und natürlich Grafikprogramme. Sorry, aber Gimp ist keine Alternative für die berufliche Nutzung und die Kunden liefern zu 90 % Photoshop‑, Corel‑ und Adobe Illustratordateien. Unter Wine laufen die Programme zwar, aber viel langsamer und oft mit Darstellungsfehlern, das ist nur für eine kleine Korrektur gut.
    Den IE6 habe ich unter Wine installiert (IE4Linux), für Testzwecke ist das ok.

  5. markus meint am

    hey,

    super idee!
    Hab gleich mal ein Abonnement gemacht.. bin gespannt was rauskommt bei den tests :-)

  6. fish meint am

    Bei Webeditoren ist mir (und ich denke einigen anderen auch) eine gut integrierte FTP-Funktion wichtig, so dass ich z.B. ein Dokument direkt auf dem Server bearbeiten kann und für den Dateiupload nicht das Programm wechseln muss.

    Könntest du diesen Aspekt in deinem Artikel aufnehmen oder zumindest erwähnen, welches der Programme dazu in der Lage ist?

    Danke.

    Antwort: Ja, das ist natürlich ein wichtiges Feature, kann aber „notfalls“ auch von einem anderen Programm (filezilla) übernommen werden. Ich werde das auf alle Fälle berücksichtigen. Danke für den Tipp!

  7. Christoph meint am

    Netter Artikel, darf ich dir fragen mit was du das „Agave, Gcolor2, GRuler“-Bild erstellt hast?

    Antwort:? Hallo Chrissss, die Screenshots selbst habe ich ganz normal mit der Compiz-Screenshotfunktion erstellt (die erlaubt ja das Aufziehen eines Rahmens mit der Maus um das gewünschte Objekt) und dann per Drag&Drop in dieses erwähnte Tool „Screenie-qt“ gezogen. Da war letztens im Planeten ein Tipp, genauer gesagt in serenity’s Blog. Nur die Beschriftung habe ich dann mit einem Grafikprogramm hinzugefügt.

  8. Someone meint am

    vim hat fast alle Features die du ansprichst. Einige müssen aber mit frei verfügbaren Plugins nachgerüstet werden.

    Und komplett unverständlich sit die mir die Zeile:
    „Aber es gibt auch eine große Zahl an Entwicklern und Hobbyprogrammierern, die gern mit einer grafischen Oberfläche (IDE), arbeiten und so manches moderne Feature wie Syntaxhervorhebung, […]“

    Das können vim und emacs von Haus aus.

    Antwort: Ich lasse mich ja gern belehren, aber die Bedienung der besagten Programme ist für einen Umsteiger sehr wohl gewöhnungsbedürftig. Ich möchte die Programme keinesfalls herabwürdigen, der Satz davor bestätigt das wohl.

  9. karsten meint am

    Hi,

    gruler ist auch in den Quellen von Ubuntu vorhanden, nennt sich screenruler (wie auch auf der Projektseite).

    Gruß

    Antwort:?Ja, sehe es eben bei Jaunty. Bei Hardy war es noch nicht dabei. Danke für den Tipp!

  10. McDope meint am

    Ich schwöre auf Komodo. Leistet mir seit Jahren gute Dienste in (X)HTML & PHP. Kann ich uneingeschränkt weiterempfehlen.

  11. Oliver meint am

    Na das ist doch mal mal ein guter Ansatz, aber mach Dir nicht so viel Hoffnung, bin auch Webentwickler und suche schon seit ewigen Zeiten nach dem perfekten Ersatz für Webuilder.
    Habe mittlerweile glaub ich auch schon fast jeden Editor durch. Aber da man ja eh nicht auf die VM (vor allem wegen Flash) verzichten kann, nutze ich natürlich nach wie vor Webuilder.
    Was für mich unter Ubuntu noch akzeptabel ist, wäre Eclipse mit Aptana Plugin.
    Ich freu mich auf jeden Fall auf Deine Tests, vielleicht hab ich ja was übersehen ;-)

  12. nonamegiven meint am

    VIM kann Syntaxhervorhebung !

  13. Jürgen meint am

    Schade, dass man mit ScreenRuler das gesamte Ruby-Zeugs installieren muss… Mal sehen, ob es sich lohnt…

    Antwort: Es gibt auch ein Screenlineal bei den Screenlets und auch KDE bringt eins mit. Bei beiden war mir das ganze drumherum (unter Gnome) zuviel, dann lieber Ruby. ;-)

  14. linopolus meint am

    ruby rulez!
    Ich wuerd keine andere programmiersprache mehr verwenden wollen…

    Und Vim rulez ebenfalls. Die Einarbeitung ist per gvim nicht sooo schwer und die features + plugin support unschlagbar!



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