Jaunty Jackalope: Erster Test mit Bravour bestandenJaunty Jackalope: Erster Test mit Bravour bestanden
Ich gebs zu, ich konnte meine Neugier nicht mehr zügeln. Zudem läuft mein betagter Laptop, den ich vorwiegend für Tests und Präsentationszwecke nutze, nicht mehr so rund wie gewollt. Also zog ich mir am Osterwochenende die Beta und installierte neu. Bei dem Laptop handelt es sich um einen 6 Jahre alten Dell Latitude C840, mit einem Pentium 4 – 1,6GHz; 512MB Speicher, WLAN-Karte von Dell, Grafikkarte ist eine GForce 4 440go. Die 3D-Funktionen funktionierten erst mit Hardy ohne Probleme „Out Of The Box“.
Während der Installation schloss ich das Netzwerkkabel an, aus Erfahrung lies ich, nachdem der Bootscreen erschien, zuerst die frisch gebrannte CD überprüfen. Nachdem diese den Test bestand, bootete ich einmal die LiveCD. Auch das klappte ohne Probleme, also konnte ich mit der Installation beginnen. Wie diese verlief und die ersten Eindrücke möchte ich nun beschreiben:
Die Installation verlief wie gewohnt und reibungslos. Man muss ja nur Sprache, Name, Passwort, Zeitzone festlegen und Ubuntu sagen, wo es sich platzieren darf. Danach kann man Kaffee trinken gehen, den Rest erledigt das System. Nach ca. 30 Minuten war es dann soweit, ich wurde aufgefordert, einen Reboot durchzuführen und die CD zu entnehmen. Erste kleine Neuerung: Das animierte Logo beim Start. Der Fortschrittsbalken erinnert mich an die Zylonen von „Kampfstern Galactica“, fehlt nur der entsprechende Sound.
Und dann die Überraschung. Nach 30 Sekunden sehe ich den ebenfalls neu gestalteten Anmeldebildschirm! Wow, gegenüber Hardy fast doppelt so schnell! Also diese Entwicklungsrichtung kann man nicht genug würdigen. Auch Gnome ist in einem akzeptablen Zeitrahmen gestartet. Das neue Hintergrundbild ist schön, die Taskleisten wie gewohnt in grau. Das habe ich schnell geändert und als Theme „Neue Welle“ ausgewählt. Übrigens, ich bin sofort über LAN online! War früher keine Selbstverständlichkeit, da musste ich noch Einstellungen von Hand erledigen.
Noch während ich das Theme einstelle, kommt die Meldung, dass es (proprietäre) Hardwaretreiber für mich gibt. Ich schaue gleich mal und er bietet mir die nVidia-Treiber und die Treiber für meine WLAN-Karte an. Beide installiere ich sofort und ich werde zum Neustart aufgefordert. Gemacht und dann der Schreck! Ich höre den Anmeldesound, kann mich auch blind einloggen, jedoch bleibt der Bildschirm dunkel. Ich ahne etwas und schließe einen 2. Monitor an. Und siehe, Bild ist da. Derselbe Fehler wie bei Feisty. Damals habe ich viel Zeit gebraucht, den Fehler endlich zu finden. Heute dauert es grad mal 2 Minuten. Abhilfe schafft wieder einmal die Bearbeitung der xorg.conf unter/etc/X11. In der „Section Screen“, nach „Default Depth“ fügt man folgende Zeile ein:
Option "UseDisplayDevice" "DFP-0"
Nach einem Neustart habe ich das Bild auf meinem Laptopmonitor. Das ist bestimmt ein Fehler des nVidia-Treibers und nicht von Canonical oder der Linuxgemeinde zu verantworten. Die Fehlerdiagnose und Behebung hat mich kaum Zeit gekostet, da ich ihn kannte. Was mich ärgert ist, dass der Fehler unter Hardy anscheinend schon einmal behoben wurde und nun wieder da ist!
Die gute Nachricht: Meine WLAN-Karte funktioniert sofort. Passwort eingegeben und wenige Sekunden später bin ich drahtlos im Netz. Das entschädigt mich! Und da nun auch Compiz funktioniert, will ich gleich den Einstellungsmanager installieren. Schade, dass das immer noch von Hand gemacht werden muss.
Ich starte Synaptic und erlebe wieder eine Überraschung. Auch hier hat man fleißig gewerkelt. In der Symbolleiste ist nun ein Suchfeld integriert, welches auch auf jede Buchstabeneingabe sofort reagiert. .daumenhoch:
Nächste Überraschung: In der Paketbeschreibung findet sich der Button „Bildschirmfoto erstellen“. Nachdem ich den „compizconfig-settings-manager“ anwählte, klickte ich auf den Button und sehe ein kleines Vorschaubild des Managers. Ein weiterer Klick öffnet ein Fenster mit einem vergrößerten Screenshot. Ja, wenn das kein Service ist! Ich finds Klasse. Auf dem Screenshot rechts habe ich es mit dem Colorpicker veranschaulicht.
Weil ich schon in Synaptic war, installierte ich gleich noch die „ubuntu-restricted-extras“ und habe nun ein soweit komplettes System, inklusive Java-Laufzeitumgebung, Flash, MP3-Unterstützung, den wichtigsten Video-Codecs und die MS-Fonts (Verdana, Arial,usw.).
Was sonst noch?
Die neuen Notifications stören zum Glück nicht wie befürchtet. Das System ist dezent umgesetzt und komfortabel. Bei den Compizeinstellungen ist mir gleich in der 1. Zeile das neue Plugin „Commands“ aufgefallen und habe es sofort getestet. Man bekommt damit eine weitere Möglichkeit, Programme zu starten, man weist ihnen hier eben einen Shortcut zu.
Interessant ist die Möglichkeit, die Bildschirmseiten und –kanten mit zu nutzen. Ich habe als Beispiel den Taschenrechner (gcalctool) in Befehlszeile 0 eingetragen und unter „Button-Bindings“ die linke obere Ecke und linke Maustaste zugewiesen. Sobald ich nun mit der Maus an besagte Stelle fahre und die linke Maustaste drücke, startet der Rechner. Das nennt man Komfort! Von mir gibt es dafür wieder ein: :daumenanim:
Fazit
Ubuntu wird immer Komfortabler, immer mehr Hardware läuft auf Anhieb und ohne Installationsorgie. Den ärgerlichen Fauxpas mit der nVidia-Grafikkarte nicht mitgezählt, gab es KEINE Probleme! Nach gerade mal 2 Stunden hatte ich alle Hardware am laufen, meine wichtigsten Programme installiert und eingerichtet. Ja, was will man denn noch mehr? Canonical ist mit Jaunty wieder ein großer Wurf gelungen. Es mag bei dem ein oder anderen vielleicht Probleme geben, aber hatten wir die früher unter Windows nicht? Und da stand man dann im Regen! Jedoch mit einer so großartigen Ubuntu-Community im Hintergrund lassen sich die meisten Probleme sofort beheben.
Ich freue mich auf den Releasetag, dann werde ich auch meine bei weitem schnellere Arbeitsmaschine neu und erstmalig mit dem 64bit-System installieren.
Wer nun neugierig geworden ist und mehr Berichte lesen möchte, dem sei dieser Link empfohlen, im Planeten von Ubuntuusers.de ist Jaunty verständlicherweise zur Zeit das Thema Nr. 1, dort findet Ihr genug Lesestoff.
PS: Ein neues CD-Cover habe ich fertig und werde es mit dem finalen Release veröffentlichen. Bis dann.
hi,
zumindest das Suchfeld in Synaptic gibts schon seit Intrepid
auch das Compiz feature mit den Ecken gibts schon etwas länger (glaub ich hab das schon in hardy gesehen).
Nur so 2 Anmerkungen
Gruß
detru
leider ist jaunty mit einer ati karte und dual-head total nutzlos…
Wobei dieses „Bildschirmfoto erstellen“-Button im Synaptic an dieser Stelle etwas komisch klingt…
@2 schon den neuen Treiber probiert? (der von dem Canonical ne vorabversion vergibt)?
→ http://www.phoronix.com/scan.php?page=article&item=amd_catalyst_94&num=1
btw.: bei mir hat dualhead & ATI noch nie funktioniert (hab seit ca. 2 Monaten nen laptop mit ATI Karte), wenn dann maximal ein verzerrtes bild auf dem 2. bildschirm
Tja, ich habs dir ja gesagt mein Freund. „Jaunty ist was tolles mit Vorbehalt“, wirst schon noch sehen. Ach übrigens was Kampfstern Galactica angeht: hättest die Tests sehen sollen, da erinnerte mich der Bootsplash teilweise recht krass an K.I.T.T. (Knight Rider). :grins:
Ich warte nun auch auf den Release und bereite mich auf den Koala vor, aber danach gibt es erst mal ne Pause, weil bis zur 1. Alpha eh nicht viel passieren wird.
Wer Interessen an Jaunty hat, und die Countdown Stimmung auf keine Fall verpassen möchte, der ist auf irc://irc.freenode.net#ubuntu-de+1 herzlich eingeladen.