Natty Narwhal Alpha erschienen.Natty Narwhal Alpha erschienen.

Nachdem ich fürchterlich enttäuscht war, als ich die ersten Meldungen über die Verwendung von Unity in der nächsten Ubuntu Version 11.04 las, bin ich heute einmal dazu gekommen, die ersten Tests mit der 11.04 Alpha zu machen. Diese ist vor einigen Tagen erschienen und kann bei Canonical heruntergeladen werden.

Nach dem Download der .iso und dem Start des Narwhales per bootfähigem USB Stick (Bebilderte Anleitung zum Erstellen folgt sogleich), war sofort klar – die Entwickler habens Ernst gemeint – Unitiy strahlt vom Bildschirm. Allerdings scheint hier eine Weiterentwicklung der bisherigen Netbook Variante stattgefunden zu haben, denn die Iconbar an der linken Seite ist breiter, übersichtlicher und enthält weniger Icons.

Leider ist nach 2–3 Aktionen das Mousepad meines Lenovo T60 gleich mal ausgefallen, was allerdings nach 2–3 weiteren Aktionen mit dem Mausknopf innerhalb der Tastatur (ja wie heisst denn das Ding eigentlich??) wie von Geisterhand wieder funktionierte. Was mir besonders gut gefällt, ist die auffällig hohe Geschwindigkeit des Systems. Denn obwohl ich ja vom USB Stick gebootet habe, flutscht alles angenehm flüssig. Neben dem Arbeitsflächenumschalter und dem „Tomboy-Icon“ findet sich in der Menüleiste nur das Firefox Symbol. Ein Klick darauf bringt die neue Firefox 4.0b7 zum Start, die jetzt rein äusserlich keine Veränderungen zeigt.

Ganz oben links ist das Ubuntu Icon zu finden. Ein Klick darauf öffnet ein Verzeichnisfenster in dem – lediglich nach Alphabet sortiert –  alle installierten Applications aufgeführt sind. Da bin ich mal gespannt, wie das in der endgültigen Version geregelt werden wird.

Alles in Allem ist mein Erster Eindruck – wie immer bei Ubuntu – recht gut. Ich denke ich werd darüber hinwegkommen, das mein geliebter GNOME Desktop nicht mehr da ist, hege aber die Hoffnung, dass dieser sich vielleicht ohne grossen Aufwand anstelle des Unitiy’s installieren lässt. Schaun mer mal ;-)

Hier nun noch die Anleitung für die Erstellung des bootfähigen USB Sticks (am besten eignet sich hier ein leerer 2 GB Stick) mit Ubuntu Bordmitteln:

Schritt 1:

Download des 11.04 Images bei Canonical

Schritt 2:

Öffnen des Startmedienerstellers über System –> Systemverwaltung –> Startmedienersteller

Wenn der Download des Images ins Standard Download-Verzeichnis erfolgte, wird hier im oberen Bereich schon entsprechendes ISO angezeigt. Ansonsten einfach zum Download navigieren. Im unteren Bereich finden sich die Laufwerke des Rechners und wenn der USB Stick schon eingesteckt wurde, sollte auch dieser in der Liste erscheinen. Ich wähle hier den untersten Eintrag mit der Angabe des freien Speicherplatzes aus und klicke auf „Startmedium erstellen“. Los gehts.




Schritt 3:

Das ISO wird auf den Stick kopiert und bootfähig gemacht.






Schritt 4:

Fertig. Der Stick kann nun zum Starten oder auch für die Installation des Narwhales verwendet werden. Einfach in den entsprechenden Rechner stecken und im Bios (oder Startmenü) die „boot from USB“ Option auswählen.






Ich hoffe, ich konnte noch irgendjemandem da draussen etwas neues zeigen und wünsche nun viel Spass beim Selbsttest mit Ubuntu 11.04 Natty Narwhal Alpha

Kommentare
  1. Gast meint am

    Das Teil wird noch breiter? Unglaublich. War vorher schon der größte Raubbau an den wenigen Netbook-Pixeln die man noch hatte… Jetzt wird auch noch der Desktop klein.

  2. TomTobin meint am

    der „Mausknopf“ (nah dran) ;-) innerhalb des Tastaturbereichs nennt sich „Maus-Stick“ ;-)

    Das rel. ungeliebte Ding wird von unseren Anwendern verächtlich „Der Böbel“ genannt :-)

    Gruß

    Tom

  3. rumpel meint am

    Der kleine rote Punkt in den Thinkpad‑ Tastaturen heißt Trackpoint. :-)

  4. Into the Pit meint am

    Da Unity nun ein Compiz-Plugin ist, kann man im CCSM das Panel automatisch ausblenden lassen, von daher gehen genau 0 Pixel verloren im Vergleich zum Gnome Desktop.

    Den kann man übrigens auch noch weiterhin nutzen, man muss nur im GDM die entsprechende Sitzung wählen. ;-)

  5. intrepid meint am

    Die Breite der Iconbar seh ich bei den heute verbreiteten Widescreens nicht als Problem. Kann man überhaupt noch Desktop-Monitore <1920px kaufen?

    xkcd hat sich auch schon mal mit dem komischen roten Ding beschäftigt: http://xkcd.com/243/ ;)

  6. burli meint am

    Ach so heißt das Ding. Ich hab das immer „Nippel“ genannt ;)

    Ansonsten hat Into the Pit schon alles gesagt. Das neue Panel kann Autohide und in der endgültigen Fassung kann man sicher auch die Breite einstellen. Und Gnome ist nach wie vor installiert. Das dient nämlich als „Fallback“, falls ein Rechner keine 3d Unterstützung bietet

  7. blumenwiese meint am

    Warum gefällt mir das hier

    http://derstandard.at/1291454133084/WebStandard-Update-GNOME-3-Die-naechste-Desktop-Generation-glaenzt-im-neuen-Look

    besser?

  8. putzerstammer meint am

    weiss jemand ob man die Iconbar Tranzparenz machen kann? Ps. Danke für den Bericht………

  9. Jens meint am

    Hi Frank,

    klasse Bericht! Ich lasse mich einfach mal überraschen. Was mir nicht ganz klar ist: Eigentlich kann man mit Gnome schon immer eine neue Leiste anlegen und links oder rechts anzeigen lassen? Wo ist der „Mehrwert“?

    @blumenwiese: Wenn ich den 2. Screenshot von oben sehe, mit den ganzen Icons auf dem Desktop, stehen mir die Haare zu Berge. Ich mag lieber aufgeräumte Desktops. Und auch da muss ich sagen: Wenn man will, kann man das schon jetzt. Einfach die Icons ablegen und eventuell ein entsprechendes Wallpaper hinterlegen ;)

    Aber wie ich Anfangs schon meinte: Tee trinken und abwarten…

  10. Zaidira meint am

    @blumenwiese: Ist mir definitiv lieber. Ganz davon ab, dass der Gnome 3 Desktop (Gnome-Shell) besser aussieht, hat die Gnome-Shell einen ganz entscheidenen Vorteil: sie funktioniert. Unity hat auf meinem Netbook nämlich kein Stück funktioniert. Nach jedem Klick erstmal 5 min warten, ich kann mich bremsen. Dann lieber die Gnome-Shell. ;-)

    Zu dem roten Knopf: In der Ausbildung haben wir den immer „Klitoris“ genannt, glaub aber nich, ob das die korrekte Bezeichnung ist.

  11. Das Wort meint am

    @putzerstammer:
    Einfach beim Plugin Opacity,BRightness etc. den Klassennamen eintragen. Kannst du wahrscheinlich mit dem Fadenkreuz auswählen.

  12. Joachim A meint am

    „Das Ding“ hat sogar einen IBM bzw. lenovo amtlichen Namen. Offiziell schimpft es sich „TrackPoint“.

    Das einige Leute mit dem roten Nippel auf Kriegsfuß stehen kann ich verstehen, habe ich auch mal. Bis in der ödesten Wildnis am Samstag Abend die Maus gestorben ist. Wenn man sich einen Tag einarbeitet (den TouchPad deaktivieren!) funktioniert das hervorragend. Ich nutze das Ding ausschließlich am T60 und X60.
    Das gilt aber NUR für Thinkpads! Andere Nippel (z.B. bei Dell und HP) sind nicht „drucksensibel“ und wirklich ein Krampf.

    JO

    P.S. sehr empfehlenswert sind die Thinkpad Programme von „Linrunner“. In dessen PPA gibt es das Programm TLP und ein Tool, mit dem man den TrackPoint zum Srollen bewegen kann. Mehr unter http://thinkpad-wiki.org/TLP_-_Stromspareinstellungen_fuer_Ubuntu und http://www.thinkpad-forum.de/software/linux/84030-projektvorstellung-tlp‑%E2%80%93-stromspareinstellungen-f%C3%BCr-ubuntu-neu-version-0–2–8-maverick/

  13. Frank meint am

    Ich finde es wahnsinnig interessant, wie hier in den Kommentaren auf meine Frage nach dem „Nippel“ eingegangen wird.
    Vielen Dank für die entsprechenden Anmerkungen dazu. Habe das T60 kürzlich günstig geschossen und als reines Ubuntu Notebook angeschafft. Jetzt werd ich mich auch mal mit dem „Knöpfchen“ beschäftigen.

    Gruss
    Frank

  14. Akki meint am

    Also ich bin recht gespannt, wie die Projekte Unity und GnomeShell weiterentwickelt werden. Ich gehe fest davon aus, das nichts von beidem in den nächsten Jahren der Sandart wird. In manchen Kommentaren hier, wurde schon Unity im Vergleich zur GShell stark verteufelt. Ich habe mich schon recht früh mit der GShell beschäftigt – sie kompiliert, als noch die meisten nichts davon gehört hatten. Mein Fazit war immer: „Eine verdammt coole Sache.“ Aber das war es auch immer. Ich hab die GShell noch nie produktiv nutzvoll erlebt. Auch wenn die News über die GShell der letzten beiden Wochen recht positiv waren, verstehe ich jedoch die Skepsis bei Mark, schon jetzt in der Gänze darauf zu setzen. Es macht Sinn, das eigens entwickelte Interface als Hauptdesktop zu benutzen. Dass dies ursprünglich für Netbooks konzipiert war ist dabei nur Nebensache.
    Ich bin jedoch der festen Überzeugung, dass niemand bei Canonical Unity als Non-Plus-Ultra-Lösung ansieht. Deshalb bin ich davon überzeugt, dass spätestens Ubuntu 13.04 einen Desktop erhalten wird, den man zu jetziger Zeit weder eindeutig Unity noch der GShell zuordnen können wird, sondern eines Desktops entspringt, der aus der Konsolidierung der Entwicklung der letzten und der nächsten Jahre entsteht.

  15. Jens meint am

    Jaja, der Nippel.. und wo ist die Lasche? ;) Habe das Ding auch an meinem betagten Dell-Laptop. Mein Neffe fand den ganz lustig und kam sofort damit zurecht. Leider musste ich den Trackpoint deaktivieren, da die Maus nach spätestens 5 Minuten in der oberen rechten Ecke verschwindet und von dort nicht wieder wegzubringen ist. Defekt? Oder ein Ubuntu-Problem?

    Noch was zu Unity. Ich habe es nicht getestet. Was ist denn der Vorteil dieses Teils? Ich habe mir spaßeshalber mal eine Gnomeleiste am linken Rand erstellt, die Breite auf 50 Pixel gesetzt, das „auto-ausdehnen“ deaktiviert und meine Top-Programme darin abgelegt. Sieht genau so aus wie auf den Screenshots. Auf einem Widescreen macht das durchaus Sinn und man könnte sich dran gewöhnen. Aber wenn das alles sein soll, was Unity ausmacht, finde ich die Abkehr von Gnome äußerst fragwürdig. Zumal es tausende Möglichkeiten gibt, seinen Desktop individuell zu gestalten.