OpenOffice 3.2 – was ist neu?OpenOffice 3.2 – was ist neu?
Nach fünf Releasekandidaten und mit einer Verspätung von drei Monaten wurde Anfang Februar OpenOffice.org 3.2 zum Download freigegeben. Neben zahlreichen Detailverbesserungen bringt die neue Version auch einige neue Funktionen mit.
Da die Veröffentlichung aufgrund mehrerer kritischen Bugs immer wieder verschoben werden musste, kann man die Veröffentlichung guten Gewissens als „schwere Geburt“ bezeichnen. Der fünfte und letzte Releasekandidat wurde notwendig, da einige Funktionen wie z.B. die Rückgängig-Funktion einen Programmabsturz verursachten.
Doch die mehrmalige Verschiebung der Freigabe spricht eindeutig für das Projekt und die Software. Soll doch auf diese Art ein Mindestmaß an Stabilität und Qualität garantiert werden.
Ausgewählte Neuerungen im Detail
Allgemein
Mit der neuen Version konnte der „Kaltstart“ von Writer und Calc erheblich beschleunigt werden. Laut Entwickler verringert sich die Startzeit je nach Betriebssystem um bis zu 46 %. Hier wird mit OpenOffice.org 3.0 verglichen. Damit könnte die Benutzung des Schnellstarters unter Windows überflüssig werden.
Auch in punkto Sicherheit hat sich etwas getan. Es ist nun nicht mehr möglich in verschlüsselten Dokumenten nachträglich unverschlüsselte Makros hinzuzufügen. Ebenso ist es nicht mehr möglich in solch einem Dokument bestehende verschlüsselte Makros durch unverschlüsselte zu ersetzen.
Die Unterstützung von offenen Standards wie dem Open Document Format (ODF) ist ein vorrangiges Ziel. Mehr Vorgaben der Organization for the Advancement of Structured Information Standards (OASIS) in der Unterstützung von ODF 1.2, welches immerhin das Standardformat ist, wurden umgesetzt. So wird nun ein Dokument beim Laden auf dessen Integrität geprüft. Wenn dieses Fehler aufweist, weil es z.B. durch eine andere Anwendung erstellt wurde, bietet OpenOffice.org eine Reparatur des Dokuments an.
Für viele Nutzer dürfte die bessere Unterstützung von XML-Formaten aus dem Hause Microsoft (*.docx, *.xlsx, *.pptx, …) sein. Es ist nun möglich, passwortgeschützte Dokument in diesen Formaten zu öffnen. Des weiteren können OLE-Objekte und Pivot-Tabellen aus Excel 2007 in OpenOffice.org genutzt werden. Ebenfalls unterstützt wird jetzt der RC4-Algorithmus, mit dem sämtliche, ältere Office-Dateiformate (*.doc, *.xls, *.ppt, …) von Microsoft verschlüsselt sind.
Sprachen
Es haben auch einige neue Sprachen in OpenOffice.org Einzug gehalten. Zu den Neuzugängen gehören beispielsweise Jiddisch und Quechua. Bei der Wahl der Sprache werden gleich die Richtigen Einstellungen wie z.B. das passende Papierformat geladen. Unterstützt werden nun auch Postscript-basierte OpenType‑ und Graphite-Schriften.
Writer
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Die Rechtschreibkorrektur im Writer ist jetzt um eine Neuerung reicher. Bei neu hinzugefügten Begriffen kann man auswählen, ob diese beim Schließen des Dokuments wieder gelöscht oder in der Wortliste gespeichert werden sollen.
Draw & Impress
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Die Kommentarfunktion wurde bereits in Writer und Calc in Version 3.0 grundlegend überarbeitet. Dieses Werkzeug, das sich bei einer Zusammenarbeit mehrerer Autoren als sehr nützlich erweist, steht nun auch in Draw und Impress zur Verfügung. Ebenfalls Draw und Impress spendierten die Entwicklung eine weitere Neuerung. Jetzt ist es auch möglich mit Hilfe des Textbausteins „Seitennummer“ eine automatische Seitennummerierung einzufügen.
Base
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Base bekam dieselbe Zoom-Funktion, wie sie bereits von Writer und Calc bekannt ist, spendiert. So ist es jetzt auch im Datenbankmodul möglich, den Maßstab stufenlos über einen Schieberegler am unteren Fensterrand einzustellen. Wer öfter Informationen aus RTF‑ oder HTML-Formaten kopiert, bekommt eine wertvolle Hilfe an die Hand. Die Einträge aus der ersten Zeile werden automatisch als Spaltenname definiert.
Calc
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Während man in den anderen Modulen hauptsächlich Verbesserungen im Detail zu verzeichnen hat, bietet Calc die meisten neuen Funktionen.
Bisher war c&p oder die Definition von Zellenumrandungen bei nicht zusammenhängend markierten rechteckigen Bereichen nicht möglich. Das gehört ab sofort der Vergangenheit an. Sowohl das Kopieren als auch die Definition von Zellenumrandungen ist nun auch in sämtlichen, markierten Bereichen möglich.
Mit der Implementierung von Faktoren kommen die Entwickler OpenDocument-Spezifikation nach. Damit ist es möglich, Einheiten automatisch umrechnen zu lassen. Beispielsweise können nun automatisch Quadratkilometer in Hektar, Ar usw. umgewandelt werden.
Neu hinzugekommen sind auch einige neue Diagrammtypen. Dazu gehört auch das Bubble‑ (Blasen‑) Diagramm, welches eine Erweiterung des Punktdiagramms ist. Mit einem dritten Parameter ist es nun machbar, die Größe des Punktes bzw. der Blase zu bestimmen. Nach Angaben des Projekts hinter OpenOffice.org wurde dieser Diagrammtyp besonders häufig nachgefragt. Zudem ist es noch möglich „Flächengefüllte Netzdiagramme“ zu erstellen oder die Beschriftung in Diagrammen zu rotieren. Dies soll die Übersichtlichkeit der Diagramme erhöhen.
Alle Neuerung kann man den Release Notes entnehmen.
Ausblick
Die Übernahme von Sun, ehemaliger Hauptträger des OpenOffice.org-Projekts, von Oracle sorgte teilweise in der Community für Verunsicherung. In der Zwischenzeit gibt es eine Stellungnahme von Oracle in Form eines Webcasts. Demnach soll OpenOffice.org als unabhängige„Global Business Unit“ weitergeführt werden. Das hieße, Entwicklung, Support und Vermarktung sind gesichert.
Weiterhin geplant sind ein Oracle Cloud Office und eine webbasierte Office-Suite. Ob OpenOffice.org von einem angekündigten stärkeren Engagement seitens Oracle und der Einstellung neuer Mitarbeiter profitieren wird, muss sich erst noch zeigen.
Quellen:
Anmerkung von Turicon:
Herzlichen Dank an Heubi für den Gastbeitrag!