Voll am Verbraucher vorbei: E-Book-Reader [Update]Voll am Verbraucher vorbei: E-Book-Reader [Update]
Ich lese sehr oft und viel am Monitor. Nicht nur Online, sondern auch viele PDFs (E-Books). Da kam mir gestern Abend die Idee: „Wäre es nicht schöner, wenn ich die Datei gemütlich im Sessel oder auf der Coutch lesen könnte?“ Ein Laptop ist dafür auch zu unhandlich. Also suchte ich mal, was es mittlerweile an E-Book-Readern so gibt und wie der Stand der Technik ist. Das Ergebnis ist mehr als ernüchternd!
So ein Gerät sollte doch mindestens ein Display in Größe A5 haben, leicht und gut in der Hand liegen, einfach bedienbar und eine hohe Laufzeit ermöglichen. Das einzige Gerät, was mir auf Anhieb gefiel, war das Kindle von Amazon. Doch just zu dem Zeitpunkt, als ich mich näher über das „Kindl“ informieren wollte, stolperte ich über diese Meldung bei heise.de. Es ist grotesk! Ausgerechnet George Orwells „1984“ war unter den gelöschten E-Books! Das Thema soll hier aber nicht im Vordergrund stehen, wer sich dafür interessiert, auf youtube ist ein interessantes Video zu sehen (gefunden bei netzpolitik.org). Fazit: Das Vertrauen in solche Hardware, die immerhin auch satte 300 Euro kostet, ist wohl erstmal dahin.
Zurück zur Hardware: Sollte es denn wirklich kein Gerät geben, mit welchem ich angenehm Dokumente lesen kann? Mensch, wir leben im angeblich hochinnovativen Deutschland, da wird wer weiß was alles erfunden. Und da sollte es nicht möglich sein, so ein eigentlich simples Gerät zu bauen und zu verkaufen? Und aus der Community heraus ist auch nichts möglich? Ich denke da an das Projekt OpenPC. Oder wäre das nichts für die Firma Canonical, eine Geldquelle aufzutun? Hier mal meine Vorstellungen, wie so ein Gerät aufgebaut sein müsste, Anregungen und Ideen sind natürlich willkommen und vielleicht kann mehr daraus werden? Denn ich denke, an so einem Gerät bestünde nicht nur von meiner Seite Interesse. Also hier meine Idee:
- entspiegeltes Display in A5-Größe (diese E-Ink-Lösung beim Kindle macht einen guten Eindruck)
- scharfes, flimmerfreies und kontrastreiches Bild, monochrome Darstellung reicht
- Möglichkeit, im Hoch‑ und Querformat zu lesen
- Nur eine Handvoll Tasten für Vor‑ und Zurückblättern, scrollen, öffnen und zum Lesezeichen setzen
- Anzeige von herkömmlichen Dokumentformaten (Text, RTF, PDF, OpenOffice-Text, HTML, DocBook, CHM)
- No DRM!
- leistungsfähiger Akku
- leichtes, stabiles und flaches Alugehäuse
- Schnittstellen: Wireless-LAN, USB, Steckkartenslot (SD und SSD)
- kabelloses Netzteil (Stichwort elektromagnetische Induktion)
- Betriebssystem? Natürlich ein angepasstes (embedded?) Linux! Es muss/soll nicht mehr können, als die gewünschten Dokumentformate anzeigen zu können, also max. 2 Sekunden Bootzeit.
- Preis: ~150 Euro
Sollte das denn nicht möglich sein, ein Gerät – nur zum lesen – zu bauen? Ich wäre der erste Abnehmer!
[Update] Erst einmal vielen Dank für die vielen hilfreichen Kommentare! Ich habe mir jetzt ein paar Infos zu dem Bebook genauer angesehen. Gut, dieses E-Ink-Display ist relativ Licht-unempfindlich aber eindeutig zu klein. Die Reaktionszeit beim Umblättern ist auch dürftig, was für Romane vielleicht ok sein könnte aber nicht für Anleitungen, bei denen man ständig hin‑ und her scrollt. Und warum muss denn da unbedingt ein MP3-Player mit drin sein? Und 300 Euro für so ein Gerät ist ganz schön stolz.
Also gehe ich mal bei meinem Wunschgerät von einem normalen TFT-Display aus und nehme die Nachteile gern in Kauf. 22″-Monitore haben die 100 Euro-Grenze erreicht. Ich benötige nur ¼ davon, macht 25 Euro. Preis für ein Mainboard mit 1GHz-Prozessor, 512MB Ram, einer einfachen GraKa, USB-Anschluss und 2 SD-Slots käme auf ca. 40 Euro. Für ein passendes Gehäuse veranschlage ich mal 10 Euro. Betriebssystem: klar, Linux! 0 Euro. ;-) Macht zusammen 75 Euro. Auf dem Weg zum Verbraucher werden daraus 150 Euro! OK, ist eine „Milchmädchenrechnung“ – aber abwegig? Zumal ich so ein Farbdisplay hätte und es auch als Fotoalbum rumzeigen könnte? Hmm, also ich müsste nur noch einen Hersteller finden und hätte ein tolles Gerät! [/Update]
Du sprichst mir aus der Seele – es gibt zwar welche, aber wirklich gebrauchen kann man sie nicht. Gestern habe ich in Münster einen Reader von Sony bei Poertgen+Herder begutachten dürfen und das Fazit ist vernichtend. Intuitive Bedienung? Fehlanzeige – ohne Handbuch hab ich das Ding nicht wirklich bedienen können. Schnellle Reaktion? Das e-Ink Display war so lahm, dass man nicht einmal eine Rückmeldung auf die Betätigung von Tasten hatte.
Und die geschlossenen DRM-Formate geben den Dingern den Rest, so wird das für die nächsten paar Jahre nix… Schade eigentlich, wos doch so eine gute Idee war..
Es gibt einen Reader, der einige Deiner Wünsche erfüllen kann.:
http://www.linux-magazin.de/Online-Artikel/Openinkpot-eine-freie-Linux-Distribution-fuer-E-Book-Reader
Such beim Linux-Magazin, es gibt noch ein paar Artikel zu Ebook Reader, auch in Software.
NB, Das letzte ct‘ TV hatte einen Bericht zu den Teilen …
Antwort: Hi Unki, vielen Dank für den Tipp! Das Bebook kostet 300 Euro, das scheint wohl der aktuelle Marktpreis zu sein. Hier der Link zu c’t-TV. Das Teil überzeugt mich aber noch nicht so recht.
Hi,
ich konnte bei IT-Büchern feststellen, dass diese nur eine kurze Halbwertszeit haben. Sie sind schnell wieder von der Technik (die sie beschreiben) überholt. Bei Romanen z.B. ist es ja so, dass sich der Leser dabei oft entspannen wollen.
Das Auge muss sich ja viel mehr anstrengen, wenn es vom Bildschirm liest. Denn da wird es andauernd von Licht angestrahlt. Gerade diese Tatsache würde mich auch so ein Kinddle nicht kaufen lassen.
Bei IT-Büchern hingegen ist es auch so, dass man am PC lesend direkt an der Praxis ist. Am besten lerne ich wirklich aus Forumthreads. Nach der Beschäftigung mit zwei AJAX Büchern, habe ich letztendlich mit mit AJAJ (Asynchronous JavaScript and JSON) angefangen. Da war dann alles auf einmal sehr einfach. Die Bücher lasen sich schwer und unverständlich. Weil die Autoren die Programmiertechnik selbst nicht gut verstanden hatten, durch Komplexität wenig angreifbar sein wollten? Wenn ein Programmierer besonders gut ist, dann programmiert er doch und schreibt keine Bücher. Soviel mal zu Büchern..
Liebe Grüße,
Peter
Antwort: Es geht ja hauptsächlich um Sachbücher und weniger um Romane. Ich sitze (beruflich) den ganzen Tag vor der Kiste und das soll ja auch nicht sooo gesund sein. Da wäre es schon praktisch, eine mehrseitige Anleitung auf den Reader zu ziehen und z.B. in Ruhe auf der Terrasse zu lesen…
Hi Peter,
meiner Meinung nach ist doch gerade bei Ebook Readern wie Amazons Kindle oder dem vergleichbaren Gerät von Sony der Knüller, dass sie eben –ohne‑ Hintergrundbeleuchtung auskommen.
Die E-Ink Technologie ist ja quasi nur Tinte die beim blättern „umgewälzt“ wird. Also so dass auch beim anzeigen einer Seite kein Strom verbraucht wird, sondern eben nur wenn man „blättert“ oder sonst eine Aktion macht. So könnte man auch ein Ebook mit aufgeschlagener Seite theoretisch 3 Jahre liegen lassen und der Akku würde nicht leerer.
Grad unter dem Aspekt finde ich den Grundgedanke nicht schlecht. Weil ich mir jetzt nicht vorstellen könnte ein komplettes Buch am Rechner zu lesen. Da es halt doch anstrengender für die Augen ist.
(wollte nicht google da auch noch mit einsteigen?!)
Trotz allem würd ich mir jetzt auch noch kein Ebook kaufen, sondern mal abwarten was sich da in 1–2 Jahren noch alles tut
Viele Grüße,
Markus
Und ich wäre der zweite Abnehmer!
Im Oktober, zur Frankfurter Buchmesse soll der txtr reader vorgestellt werden. Dieser könnte viele deiner Vorstellungen abdecken. Preis ist aber – soweit ich weiß – noch keiner bekannt
http://reader.txtr.com/
Da ich auf ähnlicher Suche war: auf die meisten deiner Punkte würde einer der Reader von Sony passen. Die haben ebenfalls E-Ink, einen sehr leistungsfähigen Akku und sind fast schon federleicht. Einzig die möglichkeit, vom Hoch ins Querformat zu wechseln gabs ganz sicher nicht. Und bei den Punkten Betriebsystem/WLan/DRM bin ich mir gerade nicht sicher.
Das einzige was mich damals nach ein paar Tagen Testing mit dem Sony-Reader eines Freundes vom Kauf eines eigenen abgehalten hatte, war die Umblätter-Geschwindigkeit. Klingt banal, stört aber doch recht schon und man kommt beim lesen kaum vorwärts wenn man erst noch mehrere Sekunden auf die nächste Seite waren muss.
Daher: Ich würde beim Kauf eines Readers diesen immer erst selbst mal ausprobieren. Sonst fallen einem solche Sachen wie eben die Umblätter-Geschwindigkeit erst garnicht auf.
Den Kindle hatte ich übrigens nie im Visier. Der war mir vom Design her immer zu hässlich. Der Sony hat da wenigstens noch ein schickes Ledereinband.
Also ich wäre auch für die Unterstützung des MS-WORD und des HTML-Formats.
MSWord, weil viele Dokumente dadrin verm. verfasst sind, und HTML könnte man sich vorstellen.
Webbrowser+W-Lan wäre auch noch Klasse.
So stelle ich mir ein perfektes Gerät vor.
Gruß,
s93
Das e-Ink-Display in der Größe kostet wohl im Moment noch mehr, als dein Budget veranschlagt. Aber ich freue mich auch auf den Tag, wenn’s das alles für lau gibt. Wobei der Preis eher drittrangig ist, das hat man ja raus, wenn man für die Bücher ein paar mal keinen Gepäckzuschlag am Flughafen bezahlen muss.
Am ehesten kommt m.E. wohl eines der Geräte von iRex an die funktionalen Anforderungen ran (so was: http://de.wikipedia.org/wiki/ILiad bzw. http://wiki.mobileread.com/wiki/Category:IRex_iLiad). Ich hatte so ein Gerät schon einige Male in der Hand – es lässt sich ordentlich lesen, der Bildschirm ist meist ausreichend groß. In A4-PDFs sollten allerdings die Schriftarten nicht zu klein sein… Ein Linux läuft auch darauf – wobei man nicht wirklich was davon merkt. (Es soll ein wenig Software dafür geben, zu der kann ich aber keine Aussagen machen: http://wiki.mobileread.com/wiki/Iliad_Software)
Aber mit „Preis: ~150 Euro“ wird das auf dem heutigen Markt nichts. Schon gar nicht ohne die Aussicht für den Anbieter, die Geräte wie Amazon mit späteren DRM-Buch“verkäufen“ querfinanzieren zu können. Der Preis ist auch der Faktor, der aus meiner Sicht an solchen Geräten derzeit das größte Problem ist.
Naja man hofft ja darauf, dass der neue OLPC diese Lücke schließen wird. (One Laptop Per Child).
Soll ja recht gute laufzeiten und Displayablesbarkeit haben.
gruß Franz
full ack! Manchmal weiß ich nicht woher die Entwicklungsabteilungen ihre Ideen nehmen –.-
22 Zoll TFT Monitore mögen zwar die 100 Euro Grenze erreicht haben, sind aber kein e-Ink. Gerade diese Technologie macht es halt so angenehm zu lesen, aber da steht die Entwicklung noch am Anfang und die Kosten sind selbst für kleine Zoll Größen hoch.
Hallo turicon,
also erstmal finde ich es sehr ungünstig, dass man beim Abschicken eines Kommentars bei deaktiviertem Javascript auf eine Fehlerseite kommt, wenn der Code nicht richtig abgeschrieben war (dabei war ich mir sicher, ihn richtig abgetippt zu haben) und dann der gesammte geschriebene Text weg ist.
Wenn man dann JS aktiviert hat bekommt man die gleiche Fehlermeldung, weil Cookies nicht aktiviert sind. Gut dass ich mir den Text beim 2. Mal kopiert habe, so dass ich ihn beim 3. Mal nur Einfügen brauchte.
Nochmal grob zusammen gefasst:
Induktive Aufladung → teuer weil sehr neue Technik (und viel Geld für Forschung drauf ging). Also kein must have
Speichermedium für das Betriebssystem? Ich wäre für SSD
WLAN ist für mich auch kein must have (geht auf den Strom und braucht man nicht so oft. Will man mehr als nur Dateien rum schieben, braucht man auch Software die sich mit den wenigen Tasten bedienen läst)
Zu Deiner Rechnung
– 40 Euro für Mainboard, Prozessor, RAM, GraKa und SSD und alles in Mobilversion (also Stromsparend) kommt mir etwas wenig vor, kenn mich mit den aktuellen Preisen aber auch nicht so aus.
– Akku kostet auch recht viel (vor allem in flacher Bauform mit hoher Kapazität)
– 0 Euro für Linux passen auch nicht. Da muss noch einiges angepasst und entwickelt werden, was auch Geld kostet.
Im Prinzip hast Du aber schon Recht, es sollte möglich sein einen ordentlichen Ebookreader zu einem akzeptablen Preis herstellen und vertreiben zu können.
Sorry, hatte keine Lust alles jetzt nochmal so ausführlich zu schreiben.
Viele Grüße,
zimon
Antwort: Hallo zimon, hatte bisher noch keine Klagen wegen dem Spamschutz. Habe letzte Woche aber Akismet deaktiviert, weil es Probleme bereitete. Kann sein, dass es damit zusammenhängt. Sorry, werde mich drum kümmern! Und Danke für Deine Ausführungen.
Einen Reader, den ich mal ins Auge gefasst habe ist der Cool-er. Minimale Ausstattung ohne GSM/WLAN, Knöpfe nur für die wichtigsten Funktionen, E-Ink-Display und mit 225 € vergleichweise günstig: http://www.coolreaders.eu
Trotzdem werde ich mich des Flairs, den ein gedrucktes Exemplar hat, nicht entziehen können und weiterhin meine Regalbretter mit kiloweise gebundenem Papier belasten…
Antwort: Hi Mathias
Ja klar, für Romane, Bildbände etc. gibt es keinen Ersatz. (Muss mal wieder zu Ikea, meine Regale sind restlos voll. *g*) Aber für Handbücher, grad im IT-Bereich, muss es nicht sein. Denn wie Peter schon anmerkte, veralten die sehr schnell und sind dann doch eher nutzlos.
Moin,
wenn all diese Kriterien erfüllt wären, dann wäre ich der Zweite Käufer.
Mit freundlichen Grüßen
Wolfgang
Antwort: Nee, schon der Dritte!
Was haltet ihr denn vom Crushpad?
http://de.engadget.com/2009⁄06/06/neue-bilder-zum-surftablet-crunchpad-aufgetaucht-mit-video/
Soll auch günstig werden.
VG
loki
Antwort: Wow, das ist doch was! Naja, noch ist nicht Hopfen und Malz verloren ;)
Das ist keine Milchmädchenrechnung – die Fliege auf der gemolkenen Kuh wäre das maximalst entwickelte Wesen das so eine Rechnung anstellen dürfte.
Alleine die E-ink Displays sind keine TFTs sondern eine ganz andere Technik die VVIIIEELLL weniger Stückzahl hat und auch noch um einiges neuer ist → teurer und einfach nicht vergleichbar. Genau das gleiche gilt für anderen Komponenten – da wird kein PC gebaut sondern ein kleines hoch integriertes Gerät.
Übrigens dürfte der Iliad deine Anforderungen alle erfüllen – bis auf den Preis.
Die Forderung dass ein Linux drauf laufen muss finde ich auch schwachsinnig – solange die Schnittstellen open sind ist es einfach nur Idiologie sowas zu fordern.
Wichtiger als ein Lunix als Betriebssystem wäre mir, dass es sich von einem Linux-Betriebssystem aus mit Inhalt befeuern lässt. Aber wie melden die sich am PC? Als externer Datenträger wie eine USB-Festplatte? Kann man dann so Dateien darauf kopieren? Oder ist eine spezielle Software dafür notwendig (Stichwort DRM)? Auf WLAN könnte ich noch verzichten, das frisst nur Strom und macht damit die Vorteile des E-Ink-Displays zunichte.
@Jens: Wenn ich meine Fachbücher so anschaue, stecken in jedem mindestens 20 Lesezeichen und Post-Its drin. Und meist blättere ich dann wie wild darin herum, gerade wenn es um Programmierung geht. Also da können mir E-Book-Reader nicht wirklich weiterhelfen…