Alternativen zu WordPress – ZwischenberichtAlternativen zu WordPress – Zwischenbericht

Letzte Woche berichtete ich von meinen Problemen mit WordPress und der Suche nach Alternativen. Serendipity, Textpattern und Habari habe ich mir nun genauer angesehen. Hier ein erstes und ernüchterndes Fazit:

  1. Habari: Das Grundsystem läuft ganz anständig, enthält aber nur die wirklich elementaren Bestandteile eines Blogs und das ist zu wenig. Schon für Pingbacks muss man auf Plugins zurückgreifen. Ich habe einige Plugins installiert und da liegt der Hund leider begraben. Ich erhalte Fehlermeldungen am laufenden Band. Außerdem gibt es keine Kategorien, sondern nur Tags. Das ist kein Problem, wenn man ein neues Blog anfängt, Ubuntu-Center jedoch hat bald 200 Artikel und 600 Kommentare! Sorry, für den produktiven Einsatz ist es für das System leider noch zu früh.
  2. Serendipity: Hinter jedem System steckt eine „Philosophie“. Und es tut mir leid, die habe ich bei Serendipity noch nicht verstanden. Das Templatesystem erfordert viel Einarbeitungszeit, hier bin ich noch am überlegen, ob ich mir das antue.
  3. Textpattern: Das ist eher ein CMS, welches auch als Blog genutzt werden kann. Der Adminbereich ist aufgeräumt und logisch angeordnet, da könnte man sich reinarbeiten. Auch hier müsste ich mich recht intensiv mit den Templatetags usw. beschäftigen, das sieht aber einfacher als bei Serendipity aus. Leider scheiterte jeder Versuch, einen ordentlichen Transfer der Artikel, Kommentare und Links zu erreichen.

Letzteres funktionierte bis jetzt bei keinem der Systeme, wäre aber sehr wichtig. Ich würde gerne jedes der 3 Systeme verwenden, wenn ich ein neues Blog anfangen müsste. Aber so stehe ich jetzt ernsthaft vor der Frage: „In den sauren Apfel beißen und bei WordPress bleiben – oder selbst ein System programmieren?“ Letzteres wäre schon eine Herausforderung. Ich habe ja ein eigenes CMS, welches ich bei meinen Kunden einsetze. TinyMCE als Editor ist da schon eingebunden, eine Bildverwaltung, Dateiverwaltung, Bildergalerie, Feedgenerator (für News) und einiges mehr sind vorhanden.

Ein erster Blick auf die WP-Datenbankstruktur zeigt mir, dass ich hier einen Importfilter erstellen könnte. Was würde für ein Blog noch fehlen?

  1. Kommentarfunktion (mit funktionierendem Spamfilter)
  2. Feeds für Artikel, Kommentare allgemein und zu einzelnen Artikeln
  3. Pingback/Trackback – Funktion
  4. Videoverwaltung und Einbinden von Youtube-Videos
  5. URL-Rewrite-Modul

Was vermisst Ihr denn in der Liste oder allgemein bei Blogsystemen? Desto mehr ich darüber nachdenke, desto besser gefällt mir die Idee für ein „Ubuntu-Blogsystem“. ;-) Einzig Punkt 2 bereitet mir ein wenig Kopfschmerzen, da habe ich noch keinen Plan. Muss mal sehen, wie das mit der XML-RPC-Schnittstelle funktioniert. Oder gibt es jemanden da draußen, der sich damit auskennt? Da sind Tipps und auch Hilfe gern willkommen.

Kommentare
  1. Betz Stefan meint am

    Es gibt übrigens auch noch „Zine“, sieh dir hierzu mal http://zine.pocoo.org an ;-)

    mfg Betz Stefan

  2. Maxe meint am

    Steig doch da mit ein: http://zine.pocoo.org/ . Das wird von zwei Inyoka (ubuntuusers.de)-Entwicklern gemacht.

    Antwort: Ach, das wusste ich nicht! OK, dann schaue ich es mir gern mal an. Na toll, in Englisch… *seufz*

  3. onli meint am

    Willst du bei Serendipity unbedingt eigene Templates bauen? Hast du realisiert, wie viele zur Auswahl stehen? Du solltest zumindest auf einem solchen aufbauen können. Das Templatesystem ist übrigens Smarty und wird nicht nur von Serendipity genutzt.
    Gruß

    Antwort: Hallo onli, dass ich als Webdesigner kein Template von der Stange nehme, sollte vielleicht nachvollziehbar sein. Smarty kenne ich natürlich und es ist gut, wenn man selbst ein System damit aufsetzt. Hier muss ich mich aber erst wieder durch die Menge an Tags wühlen und die Zusammenhänge erkennen/erlernen.
    Ich habe in dem Beitrag meine Gedanken geäußert, das wichtigste Argument kam leider nicht so rüber: Ich überlege es mir jetzt sehr gründlich (und lasse mir da auch Zeit), ob ich mich wieder in die Abhängigkeit eines fremden Programmes begebe. Was dabei rauskommt, kann man ja nachlesen…

  4. Marco meint am

    Bei Serendipity geht das Anpassen eigentlich recht einfach, wenn man z.B. das Theme Bulletproof als Grundlage nimmt und dann dieses nach eigenen Wünschen ändert. Allerdings hat Onli schon Recht, es gibt wirklich sehr viele Themes…

  5. gerhard meint am

    Auch zu Bedenken: Wenn man ein eigenes System programmiert, *muss* man sich auch um alles kümmern inkl. der Security (wenn auch viele Angriffe ins Leere laufen, weil es nicht verbreitet ist :))
    Bei einem vorhandenen System kann man sich darauf konzentrieren nur die für einen notwendigen Anpassungen vorzunehmen und hat mehr Zeit für das eigentliche Thema (hier bloggen).

  6. blueschi73 meint am

    Im ersten Bericht zu „Alternativen zu WordPress“ schreib linux-slang am 10. Juli 2009 schon etwas zum Drupal CMS. Kannst es Dir auch an schauen (schadet ja nicht), WP Import sollte machbar sein (Hab selber kein WP, hab aber im Forum zu Drupal drüber positiv gelesen.). Der Aufbau ist Logisch ein arbeiten ins Templatesystem muss man etwas Zeit haben.

    Ich nehme mal an da Du selber ein CMS geschrieben hast, das dieses wohl eher in Frage kommen wird!? Wehre auf dem Weg zur breiten Öffentlichkeit auf jeden Fall die Werbung für dein CMS :-)
    Gruß Blueschi73

  7. Keba meint am

    „Ein erster Blick auf die WP-Datenbankstruktur zeigt mir, dass ich hier einen Importfilter erstellen könnte. Was würde für ein Blog noch fehlen?“

    Wenn du sowas kannst, dann kannst du doch sicher auch die ganzen Artikel und Kommentare in einem anderen System importieren? Stell ich mir leichter als Neubauen vor.

    Das Problem beim Selberbauen eines CMSs ist aber, wie gerhard schon meinte, die Sicherheit. Wenn ich sehe wie viele Sicherheitsupdates für WordPress rausgehauen werden, stelle ich es mir schon extrem, ähhm, aufwändig vor soetwas als ein-Mann-Projekt zu machen.

    Ansonsten guck mal ins uu-Forum, da gabs iirc mal ein paar Leute, die ein CMS gebaut haben, eines davon kannst du ja vllt. als Grundlage nehmen?

    Oder: Mach ne Unterschriftsaktion (wir sind ja eh im Petitionsrausch), über Sachen, die dir bei WordPress nicht gefallen, angefangen bei einfach zu behebenden Problemen wie „zu oft neue Versionen“ oder „Support älterer Versionen zu schlecht“. Bist ja nicht der einzige, der sich über WP ärgert…

    Oder fang gleich bei WP an, die suchen sicher auch Leute :D

    Grüße, Keba.

  8. Silmaril meint am

    Ohne jetzt Habari zu kennen aber wenn du sagst Habari hätte noch einige fehlende Features dann würde ich doch ehr Habari als Grundlage nehmen anstatt etwas ganz eigenes anzufangen. Außer natürlich der Quellcode ist zum davonlaufen.

    Ansonsten stehe ich langsam auch einmal vor der Entscheidung welches Blogsystem ich benutze. Zine klingt da irgendwie interessant, vor allem weil ich, wenn ich an mein Blogsystem herumprogrammieren will, lieber in Python code.

  9. cywhale meint am

    Das mit Punkt 2 – Feeds – ist nicht so schwer, die Daten aus dem System holen, XML-Dokument erstellen, ausliefern, gibt massig Tutorials dazu.
    Habe selbst einmal in der Freizeit ein Blog/Gallerysystem mit NestedSet-Datenbankstruktur, Feeds, Track/Pingbackfunktionalität etc. entwickelt (PHP/MySQL) – der Aufwand ist nicht zu unterschätzen, auch die Wartung danach. Habe das Projekt dann aufgegeben als WordPress brauchbar und mit entsprechendem Support verfügbar war…

    Mittlerweile denke ich aber auch wieder über ein eigenes System nach – WP wird mir einfach zu gross… trotzdem ein gutes System.

    @Keba: Besserer Support älterer Versionen und zu viele Updates widersprechen sich irgendwie. Ausserdem sind mir persönlich viele Updates lieber als lange Releasezyklen und viele Sicherheitslücken.

    Anwort: Hi cywhale, Feeds sind nicht das Problem, sowas habe ich schon. Wie hast Du das mit den Ping/Trackbacks gelöst? Kannst Du mir da näheres mitteilen? ;-)

    PS: Endlich ein Kommentar, der mir mein Vorhaben NICHT ausreden will… *grins*

  10. deezy meint am

    Vielleicht guckst Du dir auch noch PivotX an (http://pivotx.net). Ich weiß nicht, ob das alles hat, was Du brauchst. Schau einfach mal…

  11. Keba meint am

    @ cywhale: Ich meinte keine Sicherheitsupdates, sondern neue Versionen, zB ein Sprung von 2.6 auf 2.8. Ich hätte keine Lust jedes halbes Jahr upgraden zu müssen, wenn danach viele Plugins und Themes nicht mehr gehen und die Adminoberfläche wieder total ander ist.

  12. Peter meint am

    Hi,

    »wer nichts wagt, kommt nie nach Stadelheim.«

    Ich bin auch Fulltime-Webmaster und wäre bei einer Entwicklung dabei. Solange das ganze auch wirklich auf OOP basiert. Denn dann lässt sich der Code gut warten und erweitern. Wir müssen ja nicht morgen einen Release machen. Das tolle ist, dass man dabei dazulernt, Kontakte knüpft und Referenzen aufbaut.

    Einfach ‚ne E-Mail schreiben oder anjabbern: der-pe@jabber.ccc.de.

    Ciao,
    Peter

    P.S: Ich freue mich schon auf die nächsten Postings wegen der Webeditoren. Fand sie bisher sehr lesenswert. :-)

    Antwort: Hallo Peter, vielen Dank für Dein Angebot und Dein Lob! Ich melde mich mal bei Dir!

  13. Peter meint am

    Hi turicon,

    würde mich freuen. :-)

    Danke dir auch für den erbaulichen Post bei Dr. Web.

    Viele Grüße,
    Peter